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Stöckchen: Eine kleine Geschichte aus Büchern

Viel zu viel Zeit ist vergangen seit dem ersten Beitrag auf meinem hübschen Blog (21 Tage um genau zu sein). Zugegeben, ich habe viel prokrastiniert. Aber ich war auch fleißig, nur eben nicht hier. Dumm, wenn einen die Uni so unfassbar beansprucht. Zur Entschädigung knöpfe ich mir heute Abend das Bücher-Stöckchen vor, das der gute Fredesloh mir schon vor einer ganzen Weile zugeschmissen hat.

Worum geht’s? Fünf wunderbare Bücher habe ich für euch aus meinem Regal gekramt um daraus jeweils einige Sätze zu einer zumindest halbwegs passablen Geschichte zu arrangieren. Damit auch alles irgendwie zusammenpasst, beschränke ich mich auf einen meiner liebsten Autoren: Chuck Palahniuk. PS: Weil ich fast ausnahmslos auf Englisch lese, müsst ihr jetzt auf eure (hoffentlich) ausgezeichneten Fremdsprachenkenntnisse hoffen.

Die Bücher:

  1. Chuck Palahniuk – Choke
  2. Chuck Palahniuk – Lullaby
  3. Chuck Palahniuk – Fight Club
  4. Chuck Palahniuk – Rant – An Oral Biography of Buster Casey
  5. Chuck Palahniuk – Snuff



Die Sätze:

Buch 1 – Erster Satz
After a couple of pages, you won’t want to be here.

Buch 2 – Letzter vollständiger Satz auf Seite 50
Each chandelier is just another ancient aristocratic head cut off and hanging upside down.

Buch 3 – Zweiter vollständiger Satz auf Seite 100
Big Bob smiles, he’s so happy to see me.

Buch 4 – Vorletzter vollständiger Satz auf Seite 150
“Part of my strategying,” Rant goes, his head turning to cover two quadrants, our three to nine o’clock.

Buch 5 – Letzter Satz im Buch
Raising my hand just a tiny bit higher, so someone might finally look and see me.



Die Geschichte:

Rant ist ein einsamer junger Mann, der sein Leben hasst. Und weil er sich so sicher ist, dass all seine Abscheu immer in die Gesichter der Welt übertragen wird, weriß er genau, dass er allein bleiben würde. Es fällt ihm nicht schwer, die Emotionen der Menschen zu lesen: Objekt A sieht aus, als wolle es nicht länger auf dieser Welt bleiben. Suizidmission. Doch kümmert es Rant? Keineswegs. Objekt B wiederum interessiert ihn: Ein alter Geschichtenerzähler mit unglaublicher Fantasie, der der Menge die größten Lügenmärchen auftischen kann. “Nicht schlecht”, denkt Rant und hört voller Neid mit mindestens einem Ohr den Geschichten von Objekt B zu. Dabei würde er selbst so gern antike und aristokratische Märchen erzählen. Und einen Kronleuchter hatte er schließlich auch daheim. Warum fallen ihm denn nie solche Dinge ein? Der Neid in seinen Adern erdreistet sich, Signale an das Gehirn zu senden, welches augenblicklich den Kopf in eine neue Richtung zucken lässt. Objekt C. Darauf hatte er nur gewartet. Ein dicker Clown mit fetten Titten. Immerhin nichts, worauf man eifersüchtig sein müsste. Schwankend bewegt sich C auf Rant zu, als dieser endlich erkennt, dass C sogar einen Namen trägt: Big Bob. Big Bob und seine Männertitten. Mensch, was ist Big Bob froh, Rant hier draussen zu treffen. Sie lächeln sich an. “Was machst du hier?” fragt Big Bob. “Ich schau mir die Gegend an. Habe beschlossen, ein Buch zu schreiben und mich inspirieren zu lassen. Deswegen sammele ich jetzt Ideen. Teil meiner Strategie.” sagt Rant und blickt langsam von links nach rechts, ganz so als würde ihn irgendein wahnsinniger Idiot verfolgen. So ein Schwachsinn, dachte sich Rant. Völlig paranoid zu glauben, dass hier jemand meine Ideen klauen will. “Warum schreibst du?” fragt Big Bob und reisst den eventuellen Schriftsteller aus seiner Trance. Und Rant: “Ach, wenn du nur wüsstest. Ich bin schon lange allein, meine Frau ist verstorben, meine Mutter mit Alzheimer in einer Klinik. Es wird Zeit, dass sich etwas ändert. Dass meine Ideen und meine Wortgewandtheit in die Welt getragen werden.” Mit einem noch zaghafteren Lächeln als zuvor signalisiert Big Bob, dass er sich für Rant sehr freut, während der vereinsamte Mann fortfährt: “Aller Sinn liegt darin, meine Hand in die Luft zu strecken und den Menschen klar zu machen, dass ich existiere und dass mein Beitrag von großer Wichtigkeit ist.” Wenn das so einfach wäre. Wir hier oben über dem Text wissen bereits, dass dies für Rant keine allzu einfache Aufgabe werden würde und dass er eine lange Reise vor sich hatte.



Und sonst so? Phew. Palahniuk einen sinnvollen Sinn außerhalb des Kontextes zu geben, ist gar nicht so leicht wie ich mir vorgestellt hatte. Und trotzdem ist das Ergebnis ganz lesbar geworden, finde ich. Eventuelle Parallelen zu einigen erwähnten Büchern vom Chuck sind nicht ausgeschlossen (Big Bob mit den Männeritten (Fight Club) oder die Mutter mit Alzheimer (Choke) habe ich ganz bewusst herangezogen).

Jetzt geht das Stöckchen wieder auf Wanderschaft. Ganz dreist bewerfe ich das kotzende Einhorn, den Toxic Melvin und auch den Kai.


Kategorie: Wild Life

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ABOUT ME

Profilbild Kristin, 25 Jahre jung, aufgewachsen im Sauerland, jetzt wohnhaft in Hamburg. // PR-Frau, Bloggerin, Gamer Girl, Musikerin, Serien-Freund, Kunst-Liebhaberin, Geek, Bücher-Fan, verliebt, besessen von Portland, OR und Fallout. Ich blogge über alles, was mir in den Sinn kommt und irgendwie mit Kultur zu tun hat, manchmal aber auch über wirren und unwichtigen Mist. Mehr über mich gibt's auf der About Me-Seite.

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