Jun 7, 2010
Serientipp für Sommerlaune: Glee
Es dauert gar nicht mehr lange und es beginnt die Zeit im Jahr, in der fast all unsere Lieblingsserien in die Pause gehen. Doch was tun wir am besten in einem solchen Sommerloch, wenn wir nicht gerade jeden Tag an den See fahren oder noch Unmengen an ungelesener Bücher (oder ungespielter Spiele) daheim stehen haben? Darauf gibt es eine ziemlich simple Antwort: Wir holen die Serien auf, für die wir bisher keine Zeit gefunden haben.
Für all diejenigen, die noch keine Idee haben, was sie in den kommenden Monaten ansehen sollen, habe ich einen Tipp parat: GLEE. Nachdem mir die Serie öfter empfohlen wurde und mich das Logo (siehe oben) irgendwie im Netz auf sämtlichen Avataren verfolgt hat, hatte ich beschlossen, GLEE eine Chance zu geben. Ich war schon nach dem Piloten ziemlich angetan und möchte euch nun erklären, warum mir die Serie so gut gefällt -- in der Hoffnung, dass jemand von euch die bisher nur 21 Folgen à ~42 Minuten in sein Sommerloch quetschen möchte.
GLEE handelt vom Glee Club (Show-Chor, Gesangsverein) der William McKinley High School in Ohio und dreht sich um dessen Leiter Will Schuester (Matthew Morrison) und die völlig verschiedenen Mitglieder des Club. Mr. Schu, eigentlich Spanischlehrer, hat den Glee Club übernommen und möchte ihn so weit trainieren, dass er bei den “Regionals”, einem regionalen Gesangswettbewerb, gewinnen kann. Das ist allerdings leichter gesagt als getan: Nicht nur seine unausstehliche Ehefrau Terri (Jessalyn Gilsig) stellt sich seinen Plänen in den Weg, sondern auch die Trainerin der Cheerleader, Sue Sylvester (großartig besetzt mit Jane Lynch), macht ihm das Leben zur Hölle. Und dann wären da noch die Mitglieder des Glee Club, die mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben.
GLEE ist vom gleichen Schöpfer wie Nip/Tuck, läuft seit Mai 2009 auf dem US-Sender FOX und lässt sich im Bereich Comedy/Musical ansiedeln. Das mag für einige von euch ziemlich abschreckend klingen, ich kann euch aber versichern, dass es sich lohnt der Serie seine Zeit zu schenken -- ihr werdet es am Ende mindestens als Guilty Pleasure mögen.
Was ist denn eigentlich so toll an GLEE? Okay, ich gestehe: Ich habe ein Faible für Musicals. Und das ist natürlich einer der Gründe, warum mir die Serie so gut gefällt. Ihr werdet allerdings nicht von typischen Musical-Songs heimgesucht, sondern habt durchweg mit Charts-, Broadway- und Rock-Musik zu tun. (Einige Beispiele: Beck -- Loser, Chicago -- Mr. Cellophane, Rihanna -- Take A Bow, Queen -- Somebody to Love, The All-American Rejects -- Gives You Hell, U2 -- One, Lady Gaga -- Bad Romance) Grundsätzlich nicht meine Lieblingsmusik -- aber im Kontext wirkt es. Die Rahmenhandlung, die sich um die Probleme des Leiters und der Loser des Glee Club dreht, mag zwar manchmal etwas infantil wirken, berührt aber doch regelmäßig mein Herz. Ein großer Teil der Serie beschäftigt sich zwar mit Teenagern, aber als Zuschauer schlüpft man selbst doch oft in seine eigene Schulzeit zurück und fiebert und trauert mit den Charakteren mit.
Allein Jane Lynch als fieser Coach Sue Sylvester ist es wert, Glee gesehen zu haben. Und vielleicht freut sich mancher von euch auch über Gast-Auftritte von Neil Patrick Harris (fuckyeah!), Olivia Newton-John oder Kristin Chenoweth. Ganz zu schweigen von ganzen Folgen, die Madonna (“The Power of Madonna”) und Lady Gaga (“Theatricality”) gewidmet wurden.
Fazit: Im Setting von Glee findet man sich schnell wieder und stellt fest, dass wir doch alle auf gewisse Art und Weise zu den Verlierern gehören. Jeder von uns hat schließlich seine eigenen kleinen Probleme. Doch es geht auch um Leidenschaften und Träume und warum es so wichtig ist, diese zu verwirklichen. All das wird kombiniert mit mitreissendem Gesang, der in jeder Folge Sommergefühle vermittelt Das Gesamtpaket stellt letztlich eine gelungene erste Staffel einer tollen, frischen Serie dar.
Ein Trailer für alle, die ich bisher nicht überzeugen konnte:
Offizielle Webseite / GLEE bei IMDB / GLEE bei Wikipedia / Fan werden
PS: Vergleiche mit High School Musical dulde ich nicht (Grüße an Captain Obvious!). GLEE versteht sich eher als Satire auf besagte Serie, spielt mit seinen Klischees und weiß mit deutlich mehr Humor und Verrücktheit zu überzeugen.



Kristin, 23 Jahre jung, aufgewachsen im Sauerland, jetzt wohnhaft in Düsseldorf. // Anglistik-Studentin, Bloggerin, Gamer Girl, Musikerin, Kunst-Liebhaberin, Serien-Freund, Geek, Bücher-Fan, Zynikerin, verliebt, besessen von Portland, OR und Fallout 3. Ich blogge über alles, was mir in den Sinn kommt und irgendwie mit Kultur zu tun hat, manchmal aber auch über wirren und unwichtigen Mist. Mehr über mich gibt's auf der About Me-Seite.

Ich wollte gerade einen Vergleich zu Highschool Musical ziehen… Mist.